Gemeinsames Lesen im Zoom:
Die Briefe zur Gründung der Jugendsektion 1924
Man sollte die gegenwärtige Jugend aus dem „Geiste der Gegenwart“ heraus sowohl in ihren bedenklichen Verirrungen wie in ihrem nur allzu berechtigten Streben nach anderem, als was die Alten ihnen geben, verstehen. (Ankündigung einer Jugendsektion, Nachrichtenblatt, 24.2.1924)
In welchem Streben begriffen sich die Jugend versteht und wie sie dem Streben derjenigen begegnet, welche schon mehr Lebensjahre auf der Erde angesammelt haben, ist eine Frage, welche sich durch alle Zeiten zieht. Es ist eines in seiner Kostbarkeit sehr verletzliches Streben, welches seinem gewissermaßen natürlichem Ersterben im Verlaufe der sich von den himmlischen Gaben doch entfremdenden Lebenszeit etwas entgegenzusetzen haben muss, um nicht allein an der Ansicht dessen zu resignieren.
Was sind diese himmlischen Gaben, welche die Jugend bringen will und wie gehören sie geäußert, tätig eingesetzt und verstanden, ja beantwortet von der Welt?
Manch übler Wille, der in der Historie seine gähnend langen Schatten wirft, hat dieses geschaut und aufs tragischste missbraucht und verkehrt. Doch auch Ignoranz wusste diesem Streben seit jeher großen Schaden zuzufügen.
Die mitteleuropäische Jugend vor 100 Jahren sah sich in einer besonderen Bedrängnis, denn sie trug wohl auch einen Impuls von erheblichen Potential mit sich. Man könnte ihn vielleicht beschreiben als den Keim des beginnenden lichteren Zeitalters, der zugleich schon seine Vollendung im Jupiterdasein trägt. Nun stieß dieser auf das verdorrte Geistesleben der damaligen Zeit und wurde später in bitteren Kriegen zerschlagen.
„Im Auge des Orkans“ jedoch, so scheint ein gewisser Lichtmoment zwischen diesen angedeuteten dunkelsten Ausblicken, durften einige junge Menschen doch einem begegnen, der sie in ihrem Innersten verstand, einem, dem alles daran gelegen war, ihnen Gehör und die Gelegenheit zu schenken, ihre Gaben einzubringen in den Ewigkeitsstrom des Guten. Dieser war Rudolf Steiner – und was er der Jugend anbieten konnte war die Begegnung mit Anthroposophia in den Armen der damaligen anthroposophischen Gesellschaft.
Weil das Jung-Sein so zum Menschenrätsel geworden ist, kann es seinen lebendigen Lösungsversuch nur in „einer eigenen geisteswissenschaftlichen Disziplin“ finden.
Es wird in einer solchen Disziplin nicht in leeren Phrasen von dem Jung-Sein gesprochen werden, sondern es wird in ihr das Licht gesucht werden, welches auf das Jung-Sein fallen muß, damit es sich selber in seinem Menschtum wahrnehmen kann. (Nachrichtenblatt, 12.3.1924)
In der Beschäftigung mit den „Briefen zur Gründung der Jugendsektion“, zu finden in der GA 217a – Die Erkenntnis-Aufgabe der Jugend, finden wir somit einen Dialog mit Doktor Steiner, als würde er nicht vor einhundert Jahren, sondern heute zu uns, der Jugend, sprechen.
Man kann nur jung sein, wenn man mit vollem Herzen, mit ganzer Seele erlebt, was auf das Verstehen wartet. (Nachrichtenblatt, 23.3.1924)
In einem Zoom, der an jedem zweiten Mittwoch (ungerade KW) ab 18:30Uhr stattfinden soll, treffen wir uns in kleiner Runde, um Passagen gemeinsam zu lesen und im Gespräch zu bewegen. Es geht um Fragen wie: welche Aufgabe uns heute zufällt, woher unsere tiefste Sehnsucht kommt, was uns von den Älteren unterscheidet und mit ihnen vereint, oder wie ein lebendiges Seelenverhältnis zur Welt erwachen kann, das sich selbst verjüngt, um nicht auch zu ersterben – sondern heranzureifen.
Denn Anthroposophie soll kein Alter haben; sie lebt im Ewigen, das alle Menschen zusammenführt. (Nachrichtenblatt, 12.3.1924)
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Herzlich willkommen!
Hier der Link zum Zoom:
https://us06web.zoom.us/j/89832993252?pwd=PGiEpwfkgXAOFDrRR3DMjIDeqqvd6Z.1
voraussichtliche Termine:
Mittwoch, jede ungerade KW um 18:30Uhr