Bericht zur Klausurtagung 9.-11. Januar

VON FYNN LEHNERT | JANUAR 2026

Einmal im Jahr trifft sich die Gruppe junger Menschen, die sich in den Impuls der Jugendsektion, in ihren Dienst stellen wollen, um zu tragen, was anfällt, um in die Wege zu leiten was Verbindung, geistiges Streben und Forschen und Besinnen ermöglicht. 

Einmal im Jahr erneuert sich dieses Team und ich durfte dabei sein um dies mitzubegleiten, mitzubezeugen.

Wir befinden uns auf dem Breitwiesenhof im Schwarzwald, der nun zum vierten Mal dieses Treffen beherbergt. Hier wirkt noch ganz die nachweihnachtlich winterliche Zurückgezogenheit der Natur im Wintergrün. Während oben im Norden der weiße Winter so sehr tobt, dass der Schienenverkehr zusammenbricht, ist hier davon keine Spur. 

Es dämmert, und weitere Freunde treffen auf dem Hof ein. Beim Check-In ist eine unruhige Stimmung zwischen uns mit den Schneechaos Warnungen, in der Erwartung der anderen, im Betrauern des Fehlens derer, die aus dem Norden kommen wollten. Zu Kerzenlicht finden wir dann langsam zueinander, können uns gegenseitig verorten aus was für einer Zeit wir gerade hier ankommen. Weihnachten, Rauhnächte, Familie, viel, wenig, erkraftet, still.

Wir, das heißt gerade Carl, Merit, Niklas, Magdalena, Salome Keivan und Fynn, essen zusammen mit Urs, der den Hof betreibt und gehen dann in den Auftakt des Treffes.

Es gibt ein Bericht vom Co-Working Gathering der Jugendsektion in Dornach:

  • Was ist der kulturelle Weitergang des Nicht-Aufwachens?

  • Wie wachen wir trotzdem heute auf?

  • Heilungsimpulse?

vermerke ich in meinem Notizbuch. 

Und wir steigen ein ins Inhaltliche zu dem Vortrag: Was tut der Engel im Astralleib? mit Niklas und dem gelandeten Fionn-Elias. Inzwischen sind noch Eva und Ronja sicher angekommen. 

Fionn-Elias stellt uns ein paar Fragen und Beobachtungen gegenüber: die Begegnung mit dem Engel in der »Mitte der Nacht«, mit dem Erzengel zu Weihnachten und mit unserem Archai zur Lebensmitte. Die Liebe und Umarmung des Engels im Sehen und Tragen all unserer Taten. Wie lassen wir diese Begegnung stärker werden?

„Ich schlafe ein. Bis zum Aufwachen wird meine Seele in der geistigen Welt sein. Da wird sie der führenden Wesensmacht meines Erdenlebens begegnen, die in der geistigen Welt vorhanden ist, die mein Haupt umschwebt, da wird sie dem Genius begegnen. Und wenn ich aufwachen werde, werde ich die Begegnung mit dem Genius gehabt haben. Die Flügel meines Genius werden herangeschlagen haben an meine Seele.“ -RS

Mit diesem Zitat gehen wir, nach unserem Check-out, in die Nacht.

Der Samstag empfängt uns mit dick beschneiten Ästen, Wiesen, Dächern in einer ganz anderen Stimmung. Markus ist nun auch angekommen und wir sind vollständig. Dieser Tag ist der Rückschau gewidmet. Was haben wir erlebt, was ist alles passiert im Namen der Jugendsektion? Was ist gereift an Früchten aus diesem Jahr? Und was will verwandelt werden? Diese Fragen bewegen wir am Vormittag und halten die Vielzahl der Treffen auf diesem großen Papier fest.

Mit Schneebällen geht es in den Mittag und eine Pause. 

Der Nachmittag findet in zwei Gruppen statt. Magdalena macht mit dem Team vom letzten Jahr soziales Kompostieren, während wir anderen uns an den Engel Vortrag machen und in eine tiefe Arbeit einsteigen. Fionn-Elias knüpft an den gestrigen Abend an, in dem er die Beziehung vom Züricher Vortrag (Was tut der Engel in unserem Astralleib?) zum dem Berliner Vortrag vom 20. Februar 1917 (Bausteine einer Erkenntnis dey Mysteriums von Golgatha) darstellt.  

Es geht um die Begegnung mit dem Engel und um die Ideale: Geisteswissenschaft für den Geist, Religionsfreiheit für die Seele, Brüderlichkeit für die Leiber. Das Gefühl des Zusammenhangs mit der geistigen Welt als Nachwirkung dieser Begegnung. Ihr bewusster zu werden, dem Engel mit vollem Bewusstsein entgegenzugehen.

Niklas Hoyme weißt uns auf die zeitliche Kohärenz hin, diese Wegschneide zwischen Rudolf Steiners Anthroposophie und der Psychoanalyse „Jungs“ und „Freuds“ 1917. Man kann heute sehen, wofür sich die Menschheit entschlossen hat, für welches Menschenbild. Niklas geht mit uns durch die 7 Willensstufen durch, zeigt auf, wo die Psychoanalyse stehen bleibt und wie weit Rudolf Steiner es noch zu tragen versteht, das ist die Zukunftsseite. 

Gemeinsam lesen wir Abschnitt 13-18 des Züricher Vortrags und besprechen ihn: ist die Zeit schon abgelaufen diese Ideale umzusetzen? Haben wir vielleicht noch 60 Jahre? 

Was können wir denn jetzt tun?

  • Einschlafen beobachten

  • Meditativ das Engelswirken vorstellen

  • Wie kommt es in die Jugendsektion? Dieses Verantwortungsbewusstsein, dass wir uns mit dieser Tatsache beschäftig haben!

Wie laden wir uns gegenseitig ein, aufzuwachen? Wachzuwerden für diese Realität? Immer wieder?

Wir verabreden uns, in 30 Tagen uns erneut zu treffen, um uns zu erzählen, wie wach wir waren, oder wo wir geschlafen haben anhand der Impulse, die uns durch diese Arbeit aufgestiegen sind. Nebeneinander geistig, miteinander seelisch, füreinander physisch. 

Nach dem Abendessen versuchen sich die zwei Gruppen jeweils ins Boot zu holen über die verschiedenen Prozesse, die wir erlebt haben. Wir beenden den Tag mit einem Licht-Ritual von Carl, der uns allen wunderschöne Sechssternlampen gebastelt hat: Was ist uns heute im Tag aufgeleuchtet und will in der Zukunft weiter leuchten?

Der Tag endet mit Sauna und einem Schnee Engel und weiteren Gesprächen bis tief in die Nacht.

Der Sonntag rückt heran und wir versuchen die Fäden aufzugreifen. Heute geht es um die Zukunft und die Rollen- und Strukturfindung. Keivan und Ronja steigen ein ins Kernteam und unterstützen dieses Jahr die Jugendsektion in Deutschland. Auch dieses Jahr 2026 hat die Jugendsektion in Deutschland sechs Menschen die Ihr dienen:
Ronja Stüwe, Keivan Azimi, Eva Birnthaler, Markus Birnthaler, Merit Brinks und Carl Hartmann. 

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Nicht verschlafen!