Bericht zur Jungen Hochschultagung in Öschelbronn, Pfingsten 2026

VON DEN VERSCHIEDENEN TEILNEHMENDEN | MAI 2026

Die Junge Hochschule hat sich wieder getroffen um an den Mantren Rudolf Steiners zu arbeiten.
In Öschelbronn in den Räumlichkeiten von Abnoba und dem Carus Institut treffen wir uns zum zweiten mal um mit Armin und Barbara Scheffler um in langsamer und wachsender Weise, uns diesmal dem ersten Mantram zu widmen. Zum Beginn am Freitag Abend gibt uns Carl eine Einführung zu Pfingsten mit einem Auszug von Michael Endes MOMO. Die zuhörende Qualität prägt dieses Wochenende.

Hier sind ein paar Eindrücke von den Teilnehmenden:

Armin

tief berührt und erfüllt wirken die Erlebnisse mit Euch in wogenden Auf- und Abbewegungen den gestrigen Tag, die Nacht und den heutigen Morgen in uns. Sie begleiten die Alltäglichkeiten so stark, das wir sie kaum einmal miteinander sitzend sogleich wieder thematisieren. Elf Menschen vereint mit einem Alterunterschied von 55 Jahren als wäre es keiner, mit unterschiedlichen Herkünften, die nur bereichernd wirkten und stets nach selbstbewusstem Erleben strebend. Und das eingehüllt in Pfingstliches Licht.

Carl
Die Arbeit am ersten Mantra in Öschelbronn mit der jungen Hochschule stand für mich unter Frage, wie ich fähig bin, mich von den Zeilen im tiefsten innerlich berühren zu lassen. Mir ist es sehr schwer gefallen den mantrischen Zeilen wirklich Raum im tiefsten meiner Seele zu geben. Mich existenziell berühren zu lassen.
Der Finsternis, der Stimme des Boten, sowie meiner zukünftigen Erkenntnisaufgabe zu begegnen. Wie entwickle ich eine Bereitschaft und dahingehend eine Offenheit mich so auf mich und mein Selbst zu fokussieren, wie an einem solchen Wochenende der jungen Hochschule.

Ich bin unglaublich viel geworden aber wie ergreife ich mein eigenes Werden?

Merit

Ich habe unsere Arbeit an der ersten Klassenstunde in Öschelbronn als sehr inhaltsvoll und kraftgebend erlebt.
Vor allem in der Art und Weise, indem wir uns viel Zeit und Raum gegeben haben, dass es immer ein Anliegen war zu schauen dass alle mitkommen und nichts schaffen zu müssen sondern sich wirklich Zeit zu nehmen für das was an Fragen in unserer Mitte zusammenkommt.
Auch die vielen Pausen, das gemütliches Essen und Beisammensein, ein gemeinsamer Ausflug, Abendspaziergänge durch den dunklen Wald und an den sternenbeleuchteten See, alles das hat für mich zu einer sehr entspannten und kraftvollen Arbeitsstimmung beigetragen.
Für mich war auch besonders schön und deutlich zu spüren wie gut es tun kann als junger Mensch, wenn es bei so einer Arbeit ältere Menschen gibt, von denen freilassend aber auch inhaltlich formgebend so viel zu lernen ist.
Das ist für mich gerade das was ein heilsames und fruchtbares Zusammenkommen von Generationen ausmacht: dass wir junge Menschen nicht schon alles aus uns selbst heraus stemmen müssen, sondern dass es erfahrene ältere Menschen gibt an die ich meine Fragen richten kann. Die einen Raum ermöglichen und halten indem ich als junger Mensch einfach Sein, Ringen, Suchen und Forschen darf.
Das war für mich dieses Wochenende sehr zu spüren.
Gleichzeitig war es auch sehr wertvoll als Gruppe von jungen Menschen gemeinsam an den Inhalten und Fragen zu ringen, was für mich ein sehr lebendiger und naher Austausch war, indem ich mich in den verschiedenen Fragen und Empfindungen aber auch in unseren Unterschiedlichkeiten selbst wiederfinden konnte.

Ebenfalls sehr stimmig erlebte ich dass dieses Treffen genau zu Pfingsten stattfand. Das gemeinsame Zusammensein und Ringen um das Finden des Tores zum Geistigen, und dass bewusste Erleben dass diese Arbeit gemeinsam so viel mehr werden kann als wenn ich mich alleine damit damit beschäftige war für mich ein richtiges Pfingsterlebnis.

Fynn

Das spannende an dem Wochenende war für mich, wie deutlich sich doch eigentlich die vielen Abgründe und Finsternisse zeigen, in denen wir stehen, wie oft wir sie übergehen und überspringen im Versuch uns am äußeren festzuhalten. Es oft ist nicht die eine große Finsternis, die sich vor uns stellt. Vielmehr sind es die kleinen Momente des nicht Weiterwissens. Mir hat es sehr gefallen mit den Genitiven neue Perspektiven zu finden, dabei dem Gespür zu vertrauen und zu beobachten, wie sich neue Bewegungen ergeben.

Ich nehm dich mal mit zu so einem Experiment: was ist, wenn es nicht um die Raumeswesen der Weiten geht, sondern um die Weiten. Wessen Weiten? Die der Raumeswesen. Versuch mal Raumeswesen zu erspüren. Komplex, vielschichtig, einiges an Vorstellungen die sich ankündigen. Jetzt versuch mal die Weiten zu erspüren. Schaue mal, wo sich dieses Gespür dafür alles zeigt.

Weiten, Schritte, Tiefen. Das war ein starker Schlüsselmoment und ist wie ein roter Faden, der mich gleich wieder dran und rein bringt.

Ruben

Ich bin dankbar. 1. dass sich eine Gemeinschaft gefunden hat. In einer Zeit der Einsamkeit, suchte ich Menschen mit denen ich über die Dinge sprechen kann, die mich bewegen. Da fand ich die Jugendsektion. Und es ist mir wirklich so, als hätten die Götter mich in diese Situation gebracht und in mir die gewissen Stimmungen erzeugt, um diese Verbindungen herzustellen. Deswegen ist es mir eine große Freude dieses Sprechen und Arbeiten an diesen Themen, im groben an unser Seelenleben. 2. bin ich dankbar den erfahrenen, dass sie uns die Möglichkeit geben einen Weg in diese Welt zu finden. Mit so viel Schenkenskraft und Herzensfreude. Ich bin dankbar und sehe das Format und die Gemeinschaft generell als etwas sehr zukünftiges an.

Fleur

Die Arbeit am 1. Mantram war für mich eine zutiefst ernste -oft mich noch verlohren gefühlte - und gleichzeitig erkraftende und wärmende Zeit; im stetigen Fluss zu mir selbst.

Barbara

Durch die Tagesgestaltung mit den gemeinsamen Mahlzeiten und dem Ausflug ergab sich eine persönliche Nähe, die die geistige Arbeit intensivierte und vertiefte. Das Triptychon der drei Stimmungen der 1. Klassenstunde (Finsterniserleben, Hüter der Schwelle und erste Lichtorientierung aus der geistigen Welt ) wurde in unseren Gesprächen im Plenum, in den Kleingruppen und im meditativen Ruhen versucht, zum inneren Erlebnis zu steigern.
Ich habe wirklich noch nie so ausdauernd und innerlich wahrhaftig mit einer Gruppe an dem Tor, das der Hüter ist, gearbeitet, um das Vor und Dahinter der Sinnes- und Geisteswelt und des Abgrunds, auch durch eine Tafelzeichnung, die dann wieder aufgelöst wurde, zu klären.

Ann-Christin

Es ergab sich Dreierlei, zwischen dem wir gemeinsam webten:
Stille, Mantram hören und als Drittes und Hauptsache der Austausch zu Beobachtungen und Fragen zum Matram.

Mich haben besonders die Momente der Stille bewegt, sie ermöglichten Übergänge von einer Welt zur anderen. Sie bildeten Vorklang und Nachklang zum Hören des Mantrams.

Der Vorklang ist wie eine Brücke zum tiefen Lauschen, staunendem Innenraum-Öffnen ins Geistige, aus dem das Mantram dann erklingen konnte. Und in der Stille danach klang es noch tief im Herzen nach. Das Herz konnte in dem Nachklang erlebend sich dem Wundern und dem Wunder des Mantras hingeben.

Anke

Pfingstflammen und Sommerduft.

In dieser Stimmung habe ich unser Treffen in Öschelbronn erlebt. Ein Eintauchen in die Komplexität der Geschehnisse des ersten Mantrams. Die Suche nach Orientierung: um was geht es hier eigentlich? Dabei wieder einmal die Erfahrung machend, wie präzise jedes einzelne Wort und ihre Komposition im Mantram darüber Auskunft geben kann.

Für mich ist diese Art der Erschließung hilfreich für mein Meditation, denn alles was ich auf diese Weise gewinne, möchte ich dann in meinen Meditationen noch einmal betrachten und versuchen es meditative in geistigen Welten wiederzufinden. Für mein eigenes Erleben in diesen Welten gibt es mir hilfreich Hinweis die Dinge, Wesen und Vorgänge zu finden, um die es hier wirklich geht.

Vielleicht ließe sich dieses meditative Erleben auch innerhalb unserer Treffen noch mehr einbeziehen. Da die Fülle eines Mantrams nie ausgeschöpft werden kann, würde es mich nicht stören einige Verstehenszusammenhängen unbehandelt zu lassen und dafür mehr Raum für innere Nacklänge zu ermöglichen. Eine Grundlage dafür sollten wir aber auch nicht verachten. Die Worte sollen ja sprechen und nicht unser subjektives, persönliches Innenleben.

Für die Anregungen von Barbara und Armin aus ihrem jahrzehntelangen Umgang mit den Mantren bin ich immer wieder unendlich dankbar! Ihr Blick, ihre Entdeckung von Zusammenhängen und ihre Art sich ein Mantram zu erschließen, beschenken mich jedesmal von neuem.

Für die weiteren Treffen würde ich mir noch Formen wünschen, in denen ihre Erfahrungen und ihr Wissen einfließen könnte, ohne daß sie moderieren. Vielleicht ein oder zwei Einheiten, in denen ein anderer/eine andere aus dem Kreis die Moderation hat.

Oder ließe sich sogar ein Gespräch ohne Moderation denken?

In diesem Sinne haben mir die Gespräche in den Kleinengruppen auf Augenhöhe sehr gut gefallen. Und gerade da hätte ich Barbara und Armin gerne als Teilnehmende dabei! Vielleicht gelingt es uns auch noch an einer Stelle eine künstliche Auseinandersetzung mit dem Inhalt des Mantams zu versuchen.

Das nur als Ideen. Ich freue mich auf die Fortsetzung dieser Arbeit gerade mit Euch!

Die Treffen der Jungen Hochschule sind offen für Interessierte und hier zu finden:

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Durch die enge Pforte des individuellen Verständnisses